Auf der diesjährigen dmexco – der Leitmesse der Digitalen Wirtschaft – hat die Arbeits-gemeinschaft Online Forschung e.V. (AGOF) die Mobile Facts 2010 mit Reichweiten- und Strukturdaten für 79 Mobile-Angebote, 11 Mobile-Vermarkter sowie 3 Netzbetreiber präsentiert. Damit legt die AGOF den Grundstein für regelmäßige Fakten und Kennzahlen speziell für den deutschen Mobile-Markt.
Ich freue mich, dass nun kontinuierlich Daten für den deutschen Mobile-Markt erhoben werden und möchte im Folgenden einige Details aus der aktuellen Untersuchung präsentieren:
Untersuchungsergebnisse
1. Unique Mobile User (UMU)
Laut aktueller mobile facts-Untersuchung zählen 9,13 Mio. Deutsche ab 14 Jahren zu den Unique Mobile Usern, d. h. 14,6 % der Mobiltelefonbesitzer in Deutschland haben innerhalb der letzten 30 Tage des Erhebungszeitraumes auf eine mobil-optimierte Website zugegriffen.
2. Soziodemografische Daten
Männer liegen bei der mobilen Internetnutzung mit 67 % klar vor den Frauen (33 %). Bei der Altersstruktur der Unique Mobile User führen die 40- bis 49-Jährigen (22,5 %), gefolgt von den 20- bis 29-Jährigen (21 %) und den 30- bis 39-Jährigen (19,9 %). Insgesamt sind die Altersstrukturen der Unique Mobile User im Vergleich zur Gesamtbevölkerung vor allem durch die Altersklassen der 20- bis 59-Jährigen geprägt.
Beim Bildungsgrad der Unique Mobile User dominieren Personen mit Hochschulreife (46,2 %). Im Vergleich zu Gesamtbevölkerung weisen die Unique Mobile User damit einen deutlich höheres Bildungsniveau auf.
3. Einkommensstrukturen
Das hohe Bildungsniveau sowie die große Zahl an Berufstätigen schlägt sich auch in der Einkommenssituation der Unique Mobile User nieder. Mehr als ein Drittel (37,9 %) der UMUs über 18 Jahre verfügen über ein monatliches Haushaltsnettoeinkommen (HHNE) von über 3.000 Euro, über ein Viertel (27,7 %) hat zwischen 2.000 bis unter 3.000 Euro zur Verfügung.
Damit können die Unique Mobile User im Vergleich zur Gesamtbevölkerung als eine äußerst kaufkräftige Konsumentengruppe angesehen werden.
4. Genutzte Endgeräte
Ein Blick auf die Hersteller der primär genutzten Mobiltelefone zeigt eine klare Dominanz von Nokia, dessen Geräte von über einem Viertel (27,8 %) der Unique Mobile User genutzt werden. Auf den nächsten 3 Plätzen folgen die Geräte von Sony Ericsson, Samsung und Apple mit jeweils rund 15 %.
Weitere primär genutzte Mobiltelefone sind Geräte von HTC, LG, RIM BlackBerry oder Motorola. Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe weiterer Herstellermarken, die allerdings eher geringe Nutzeranteile aufweisen.
5. Genutzte Funktionen des Endgerätes
An der Spitze der Funktionen neben Telefonieren oder simsen steht für 87 % der Unique Mobile User das Aufnehmen von Fotos mit der Kamera, mehr als drei Viertel (79 %) greifen auf die Weckfunktion zurück. Auf Platz 3 liegt der Taschenrechner, den über zwei Drittel (70 %) der UMUs nutzen.
Knapp zwei Drittel (64 %) der Unique Mobile User greifen auf die Bluetooth-Verbindung oder den MP3-Player ihres Mobiltelefons zurück. Über die Hälfte (54 %) setzt den USB-Anschluss und knapp die Hälfte (49 %) die Wi-Fi Funktion ein. Weitere von fast der Hälfte der Unique Mobile User genutzte Funktionen sind die eingebaute Freisprecheinrichtung (48 %) und Videofunktionen (47 %).
Rund vier von zehn Unique Mobile Usern nutzen GPS- bzw. Navigationsdienste (42 %) oder die Radio-Funktion (40 %). Sprachaktiviertes Wählen wird bislang erst von 14 % der Unique Mobile User genutzt.
6. Multimediale Nutzung
Ein Blick auf die in den vergangenen 30 Tagen ausgeführten Multimedia-Aktivitäten zeigt, dass rund ein Viertel der Unique Mobile User Bilder aus dem Internet oder von einer Foto-Sharing Website heruntergeladen hat (23,7 %), auf dem Mobiltelefon Musik oder Radio gehört hat (23,5 %) bzw. komplette Musiktitel zum Abspielen auf dem Mobiltelefon heruntergeladen hat (22,9 %).
Weitere Multimedia-Aktivitäten, die von gut einem Fünftel der Unique Mobile User ausgeübt werden, sind das Streaming bzw. Herunterladen von Videos zum Anschauen auf dem Mobiltelefon (22,1 %) sowie der Download von Klingentönen in Form von Audio- oder Videoclips (20,7 %) bzw. von Bildschirmhintergründen oder Bildschirmschonern für das Handy (20,1 %). Des Weiteren schauen 11,9 % der UMUs Mobil-TV auf ihrem Mobiltelefon.
Diese breite Nutzungspalette dokumentiert die vielseitige Einbindung des Mobiltelefons in diverse Multimedia-Aktivitäten.
7. Weitere Aktivitäten
Zu den sonstigen Aktivitäten, die mit dem Mobiltelefon ausgeübt werden, zählen bei 48,2 % der Unique Mobile User das Herunterladen bzw. die Nutzung von kostenfreien Anwendungsprogrammen, den sogenannten Apps.
Weitere 41,6 % nutzen GPS- bzw. Navigationssysteme. 22,4 % der Unique Mobile User laden auch gebührenpflichtige Apps herunter und nutzen diese. Weitere Aktivitäten sind mobile Transaktionen (18,7 %) sowie Videotelefonie (9,7 %).
Die Bandbreite der mit einem Mobiltelefon ausgeübten Aktivitäten zeigt dessen selbstverständliche Integration in viele Alltagsaktivitäten. Dieser Trend wird insbesondere durch die große Anzahl an kostenfreien und kostenpflichtigen Apps unterstützt.
8. Top 20 Apps
Die VZ (studi VZ, meinVZ, schülerVZ) App steht mit 1.014.000 Unique Mobile User pro Monat auf Platz 1 des Rankings. Auf den weiteren Plätzen folgen die wetter.de App mit 827.000 UMUs und die stern.de App mit 791.000 UMUs.
Umfang
Die aktuelle Markt-Media-Studie AGOF mobile facts 2010 erhebt Reichweiten und Strukturdaten von 79 Mobile-Werbeträgern und 31 Mobile Applikationen, die sich mit grafischen Werbemitteln belegen lassen. Basis für die im Berichtsband vorgestellten Ergebnisse sind die Personen, die innerhalb der letzten 30 Tage im Erhebungszeitraum mit ihrem mobilen Endgerät eine mobile-enabled Website besucht haben. Dieses sind 9,13 Millionen Menschen, das entspricht 12,9 Prozent der deutschsprachigen Wohnbevölkerung in Deutschland ab 14 Jahren (70,51 Mio.). Damit greift bereits ein beachtlicher Teil der Bevölkerung auf mobile-enabled Sites zu, wobei angesichts der wachsenden Verbreitung von Smartphones und günstigen Telefonflatrates weiterhin von einem dynamischen Wachstum auszugehen ist. Dies macht Mobile-Plattformen zu immer attraktiveren Werbeträgern, zumal sich auf diesem innovativen Weg eine völlige neue Art der Kundenkommunikation aufbauen lässt. [...]
Der mobile facts Planungsdatensatz liefert valide Leistungswerte und Kennziffern in Form von Netto-Reichweiten – als Unique Mobile User (UMU) – für Angebote und deren Belegungseinheiten sowie soziodemografische und psychografische Merkmale zur Nutzer- und Zielgruppenbeschreibung (Strukturdaten), Marktdaten (Konsum und Haushaltsausstattung) und allgemeine Daten zur mobilen Internetnutzung.
Methodik
Methodische Grundlage der mobile facts ist ein Drei-Säulen-Modell, wobei die drei verschiedenen Erhebungsmethoden garantieren, dass die Komplexität der Mobile-Nutzung ausreichend berücksichtigt wird und gleichzeitig auch alle notwendigen Daten für den Planungsdatensatz erhoben werden.
Weitere Untersuchungsergebnisse und eine detailliertere Beschreibung der Methodik sowie des Erhebungsmodells können in der aktuellen Mobile Facts 2010-Ausgabe hier eingesehen werden. Die in der Untersuchung enthaltenen Grafiken können per PPT bzw. PDF heruntergeladen werden und die dazugehörige Pressemeldung gibt es hier: http://agof.de/index.1014.de.html








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