Augmented Reality als nächste große Hoffnung für mobile Dienste

Das dynamische Einbinden digitaler Informationen in die analoge Welt, Stichwort Augmented Reality, ruft heute bei einem Großteil der Handynutzer höchstens ein Schulterzucken hervor. Das liegt zum einen an der Tatsache, dass die dafür notwendigen Technologien grade erst in den neusten Smartphone-Generationen Einzug erhalten. Zum anderen, in kausaler Konsequenz zum ersten Punkt, macht AR auch softwareseitig erst langsam den Schritt von verspielten Konzeptstudien hin zu endanwendertauglichen Anwendungen.

Ein schönes Beispiel hierfür ist das Programm Wikitude, welches momentan für die Plattformen Android und iPhone OS verfügbar ist und sich damit an mobile Endgeräte richtet, die das aufwendige Mashup der diversen benötigten Technologien hardwareseitig unterstützen.

Augmented Reality am iPhone

Augmented Reality am iPhone

Die einfache wie geniale Idee, frei verfügbare geo-getaggte Informationen über das Live-Kamerabild eines Handys zu legen, eröffnet ungeahnte Möglichkeiten für neue Dienste und Anwendungen. Das einfache Bedienkonzept könnte in naher Zukunft selbst Technikmuffel und SMS-Verweigerer dazu bringen, im Urlaub das Handy als interaktiven Stadtführer einzusetzen oder sich vor dem Besuch einer Pizzeria schnell einen Überblick über die Bewertungen früherer Kunden zu verschaffen. Dank Standardortbestimmung über Signal-Triangulation und WLAN Hotspot-Datenbanken (Stichwort A-GPS) funktioniert dies auch erstaunlich gut in geschlossenen Räumen.

Augmented Reality in geschlossenen Räumen

Augmented Reality in geschlossenen Räumen

In zwei bis drei Jahren werden auch Handys der Consumer-Klasse über GPS und digitalen Kompass verfügen. Und bis dahin enthalten, so darf man hoffen, auch Standard-Handyverträge eine Datenoption und werden damit das Thema Augmented Reality alltagstauglich machen. Wir Early Adopter dürfen uns schon heute auf viele technische Spielereien freuen, die vor zwei Jahren noch undenkbar gewesen wären und das klassische Internet am heimischen PC wie eine technologische Antiquität wirken lassen. Kann sich Augmented Reality schleichend zu der Killer-Applikation entwickeln, auf die Netzbetreiber und Handyhersteller schon so lange warten? Wir werden das Thema weiter intensiv beobachten.