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Analyse: Vertrauensdefizite bremsen Mobile Payment

By Alexander Oschatz on 21. Oktober 2011

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Mobile Commerce (mCommerce) und Mobile Payment (mPayment) sind im Zuge der Etablierung von Smartphones und Tablet-Computern zu prägnanten Schlagwörtern in der Mobilfunk- und Internetbranche geworden. Die Entwicklung mobiler Bezahlvorgänge, zu denen Direktzahlungen mit Smartphone, SMS-Transaktionen und Einkäufe im mobilen Web gezählt werden, bleibt allerdings weiter gebremst durch Sicherheitsbedenken und Vertrauensdefizite. Das zeigen jüngste Studien verschiedener Forschungs- und Consultingeinrichtungen.

Sean MacEntee, Flickr

Sean MacEntee, Flickr

Starkes Wachstum trotz Hemmnissen

Das weltweite mPayment Volumen im Jahr 2011 wird laut einer Studie vom Marktforschungsdienstleister Gartner auf 86,1 Mrd. USD geschätzt, was einen Anstieg von 75,9% seit 2010 bedeuten würde. Primärer Antrieb für das Wachstum sind Gartner zufolge die Umsätze aus App-Downloads und mCommerce im Sinne von Online-Einkäufen wie bspw. bei Ebay oder Amazon. Vor allem die Expansion bekannter App-Stores wie Apples App Store und Googles Android Market, sowie die weiterhin wachsende Beliebtheit von iPhone- und Android Apps, werden als treibende Kräfte hinter den Volumenszuwächsen gesehen.

Deutlich weniger zur derzeitigen Entwicklung tragen neue Bezahldienste, wie das angekündigte Google Wallet bei. Bislang ist der neue Google-Service nur für Kunden des US-Mobilfunkanbieters Sprint nutzbar, die gleichzeitig ein Nexus S4G Smartphone und eine Kreditkarte eines Google-Partners besitzen. Kooperationspartner für Google Wallet sind bislang Mastercard, Citi und seit September auch VISA, American Express und Discover. Abseits dessen ist allerdings bislang auch eine geringe Akzeptanz entsprechender Dienste zu verzeichnen.

Das Vertrauen der Kunden ist Erfolgsfaktor

Die für Direktzahlungen mit Smartphone genutzte Technologie der Near-Field-Communication, mit welcher ein Datenaustausch über Radiofrequenz über ca. 4cm ermöglicht wird, sieht sich weiterhin mit Sicherheitsbedenken konfrontiert. Die vermuteten Sicherheitslücken wirken sich natürlich auf die Nutzerakzeptanz aus. Auch die Gartner-Analysten sehen die Nutzerakzeptanz als größtes Hemmnis und sprechen davon, dass die bisherige Entwicklung deshalb hinter den Erwartungen zurückbleibe. Allgemein sprechen viele Experten von neuen Möglichkeiten der IT-Kriminalität und befürchten, dass die NFC-Technologie noch nicht ausgereift genug sei.

Entsprechend fiel auch die kürzliche Reaktion des deutschen Sparkassenverbands DSGV aus, der Google Wallet aufgrund von besagten Sicherheitsbedenken ablehnt und stattdessen eine eigene NFC-Lösung anstrebt, die in die Chipkarten integriert werden soll.

Tatsächlich ist es allerdings so, dass viele Nutzer Banken als zukünftigen Abwickler des mPayment am ehesten vertrauen. Einer Studie der GfK Custom Research zufolge würden 86% der Deutschen einem mPayment-Angebot einer Bank vertrauen. Kreditkartenunternehmen würden hingegen nur 71% und den Mobilnetzbetreibern nur 63% vertrauen. Zudem ergab die internationale Studie auch, dass lediglich 56% der Deutschen einen solchen Service überhaupt reizvoll finden. Die Experten der GfK halten die bereits etablierten und nahezu genauso bequemen Bezahlmethoden wie EC- und Kreditkarten für Gründe des verhaltenen Interesses in Westeuropa. Andere Umfragen deuten an, dass derzeit eine noch eingeschränktere Akzeptanz entsprechender Services zu erwarten ist. Demzufolge lehnen 67% der Deutschen mobile Bezahlsysteme mit dem Smartphone ab.

Der Erfolg des Mobile Payment ist abhängig von Kooperationen

Als realistischstes Zukunftsszenario bleibt dementsprechend wahrscheinlich eine dreiseitige Kooperation von Mobilfunkanbietern, Endgeräteherstellern und Banken. In Deutschland würden laut der GfK-Umfrage immerhin 74% der Studienteilnehmer einer solchen Kooperation Vertrauen entgegen bringen. Die Kompetenz zur Organisation und Betreuung zuverlässiger und sicherer Infrastruktur liegt eindeutig bei den Mobilfunkanbietern wohingegen die Anforderungen im Bereich der Softwareentwicklung am ehesten von Anbietern wie Google bewältigt werden können. Die aufgezeigten Studien zeigen allerdings deutlich, dass gerade in Deutschland wahrscheinlich ohne den Einbezug von Banken das für die Etablierung derartiger Dienste benötigte Vertrauen fehlt. Alternativ könnten Kreditkartenunternehmen die Vertrauen generierende Rolle der Banken einnehmen.

Gastautor: Kai L. Hoppenheidt von twago. twago ist eine in Europa führende Online-Plattform für die Vermittlung von Freelancern und Unternehmen in den Bereichen Webdesign, Programmierung und Übersetzung. Kai L. Hoppenheidt ist als Online-Journalist und Medieninformatiker für die redaktionelle Ausrichtung des twago Magazins und die darin veröffentlichten Artikel rund um Technik und Wirtschaft zuständig.

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Abgelegt unter Best Practice, Payment | getagged: analyse, commerce, deutschland, mcommerce, mobile, mpayment, payment

  • Janina Benz

    Mobile Payment wird kommen, egal der Durchbruch mit Google Wallet kommt oder einem anderen Anbieter.. http://gft-blog.de/tech-trends/banken-und-sparkassen-vs-google-wallet/

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